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Amerikanischer Nutzholzborkenkäfer

Informationen zum Insekt

Amerikanischer Nutzholzborkenkäfer Familie / Ordnung / Unterordnung etc:
Borkenkäfer (Scolytinae) / Käfer (Coleoptera)

Lateinischer Name:
Gnathotrichus materiarius

Aussehen

Der Amerikanische Nutzholzborkenkäfer (Xylosandrus germanus) ist ein kleiner, gedrungener Käfer aus der Familie der Borkenkäfer (Curculionidae: Scolytinae). Erwachsene Tiere werden 2 bis 2,5 Millimeter lang und sind zylindrisch geformt. Die Färbung ist einheitlich dunkelbraun bis schwarz, die Oberfläche glänzend und fein punktiert. Der Halsschild ist groß und verdeckt bei der Draufsicht den Kopf fast vollständig – ein typisches Merkmal vieler Borkenkäfer. Die Flügeldecken sind kurz, dicht punktiert und am hinteren Ende stumpf abgerundet. Die Fühler enden in einer charakteristischen, kompakten Keule. Weibchen sind etwas größer und kräftiger als Männchen, da sie die Gänge im Holz anlegen. Die Larven sind beinlos, weißlich und C-förmig gekrümmt mit brauner Kopfkapsel.

Verbreitungsgebiet

Ursprünglich stammt die Art aus Ostasien (Japan, China, Korea). Sie wurde jedoch bereits Anfang des 20. Jahrhunderts nach Nordamerika verschleppt und hat sich dort stark verbreitet. Seit den 1950er-Jahren tritt der Käfer auch in Europa auf. In Deutschland ist er mittlerweile weit verbreitet, besonders in wärmeren Regionen, aber zunehmend auch in Mittelgebirgslagen. Er gilt heute als etabliert und kommt sowohl in Wäldern als auch in Obstplantagen und Parks vor.

Lebensraum

Der Amerikanische Nutzholzborkenkäfer befällt vor allem geschwächte, frisch gefällte oder abgestorbene Laubbäume, kann aber auch gesunde Bäume attackieren, wenn er massenhaft auftritt. Bevorzugt werden Arten wie Buche, Ahorn, Eiche, Birke, Hasel oder Walnuss. Er befällt meist Stämme, Äste oder dickere Zweige mit einem Durchmesser ab etwa 2 Zentimetern. Wichtig ist, dass das Holz noch feucht ist, da der Käfer Pilze einträgt, die für seine Ernährung entscheidend sind.

Verhalten

Die Käfer fliegen in Mitteleuropa ab April, abhängig von der Witterung. Weibchen suchen geeignete Bäume oder Holzstücke auf und bohren kleine Einbohrlöcher, aus denen feines Bohrmehl hervorquillt – ein wichtiges Befallsmerkmal. Im Inneren legen sie ein verzweigtes Gangsystem an, das mit symbiotischen Ambrosiapilzen besiedelt wird. Die Larven ernähren sich nicht vom Holz, sondern von diesen Pilzen, die die Käfer aktiv verbreiten. Männchen sind klein, flugunfähig und verbleiben in der Bruthöhle. Die Entwicklung dauert je nach Temperatur 6 bis 8 Wochen, sodass pro Jahr meist zwei Generationen entstehen können.

Ernährung

Sowohl adulte Käfer als auch Larven ernähren sich indirekt über Ambrosiapilze, die in die Fraßgänge eingebracht werden. Diese Pilze wachsen entlang der Gangwände und dienen den Tieren als Hauptnahrungsquelle. Das Holz selbst wird lediglich als Lebensraum genutzt und nicht aktiv gefressen, wie es bei klassischen Holzbohrern der Fall ist.

Fortpflanzung

Die Weibchen legen nach dem Anlegen der Brutgänge 20 bis 50 Eier. Die Larven schlüpfen nach wenigen Tagen und entwickeln sich in den Gängen. Die Männchen schlüpfen zuerst und paaren sich mit den Schwestern innerhalb der Bruthöhle (Inzucht ist bei dieser Art normal). Danach verlassen die Weibchen das Holz, um neue Bäume zu besiedeln. Unter günstigen Bedingungen können zwei bis drei Generationen pro Jahr entstehen, was eine schnelle Ausbreitung ermöglicht.

Gefährdung

Der Amerikanische Nutzholzborkenkäfer ist selbst nicht gefährdet, stellt aber ein Problem für Forstwirtschaft, Obstbau und Baumpflege dar. Durch die Pilzeinträge kann er Holzqualität mindern und Jungpflanzen massiv schädigen. Besonders in Baumschulen oder bei frisch gepflanzten Bäumen kann ein Befall zum Absterben führen. Aufgrund seines breiten Wirtsspektrums und der hohen Vermehrungsrate wird er als invasive Art eingestuft. Bekämpfung ist schwierig, da die Tiere tief im Holz leben.

Natürliche Feinde

Natürliche Feinde sind in Mitteleuropa bislang nur vereinzelt nachgewiesen. Zu den bekannten Gegenspielern zählen einige parasitische Hymenopteren, räuberische Käferlarven sowie Pilze und Bakterien, die die Brutgänge besiedeln können. In den natürlichen Herkunftsgebieten spielen spezialisierte Parasitoide eine größere Rolle bei der Regulierung der Populationen. In Europa fehlen diese weitgehend, was die starke Ausbreitung begünstigt.


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